
Manchmal zögern Menschen, sich am Lebensende auf Unterstützung durch ehrenamtliche Begleitung einzulassen. Noch einen neuen Menschen kennen zu lernen, wo sich schon wenn man Glück hat der Hausarzt, vielleicht ein Schmerztherapeut, eventuell eine Krankengymnastin, mit Sicherheit aber Pflegekräfte die Klinke zur Wohnungstür in die Hand geben, ist auch ein Wagnis. Oft aber sehnen sich schwerkranke Menschen danach, mit ihrer Situation nicht allein zu sein, wünschen sich einen verständnisvollen Gesprächspartner, der einfach freiwillig kommt, der da ist, da bleibt, zuhört, Anteil nimmt, akzeptiert, aushält, Gegenüber und mitmenschlicher Zeuge des Geschehens ist jenseits von beruflichen und finanziellen Interessen und ohne die Verflechtungen einer gemeinsamen Lebensgeschichte. Eine ehrenamtliche Begleitung ist mit Sicherheit nicht für jeden das Richtige, aber richtig gut für viele Menschen, die wir am Lebensende betreuen.
Ob und was in diesem Zusammenhang gut für Sie sein könnte, können Sie mit der hauptamtlichen Koordinatorin des Ambulanten Hospizdienstes der Hamburger Gesundheitshilfe, Ursula Steiner, besprechen. Sie ist examinierte Krankenschwester sowie ausgebildete Palliative-Care-Kraft und weiß um die Belastungen und Herausforderungen, vor denen schwerstkranke und sterbende Menschen sowie ihre Angehörigen stehen. Bei einem Hausbesuch lassen sich nicht nur die Möglichkeiten ehrenamtlicher Unterstützung klären, sondern auch alle anderen Fragen in Bezug auf bestehende Versorgungsmöglichkeiten und Hilfsangebote am Lebensende.
Gerade letzteres kann auch zu einer zeitweiligen Entlastung der Angehörigen beitragen, die auf Wunsch auch kostenlos das professionelle psychosoziale Unterstützungsangebot der Beratungsstelle CHARON nutzen können.
„Umgang mit sterbenden Menschen kann nur erlernen, wer sich durch das Sterben anderer an die eigene Zukunft, das eigene Sterben, erinnern lässt", hat Elisabeth Kübler-Ross, eine Pionierin der modernen Hospizbewegung, einmal gesagt. Unsere Ehrenamtlichen sind bereit, sich daran erinnern zu lassen. Genau deshalb werden die begleiteten Menschen oft zu Lehrmeistern für jene, die ihre Hilfe anbieten. Und das ist gut so. Dann trennt uns die Tatsache der Endlichkeit nicht, sondern wird als existenzielle menschliche Herausforderung zur Verbindung untereinander.