Hamburger Gesundheitshilfe
Das Erleben von Sterben, Tod und Trauer katapultiert uns aus der vertrauten Alltagswelt: Sinn wird brüchig, wir fühlen uns fremd, Hilf- und Orientierungslosigkeit machen sich breit. Jetzt sind keine Ratschläge gefragt, sondern Halt und Rückhalt durch Akzeptanz und Anteilnahme. Denn tragfähige Antworten auf herausfordernde Lebensfragen kommen nicht von außen, sondern nur aus uns selbst.
Raili Koivisto, Sozialpädagogin
Beratungsstelle CHARON

Sterben ist ein Teil des Lebens

Das Erleben von Sterben, Tod und Trauer verändert das Fühlen, Denken und Handeln. Nichts scheint mehr selbstverständlich im Angesicht von Endlichkeit und Verlust. Heftige Gefühle, widerstreitende Gedanken und bohrende Fragen begleiten den Wunsch, immer wieder aufs Neue eine tragfähige Lebensperspektive für sich zu entwickeln und ein menschliches Miteinander zu gestalten. Die Beratungsstelle CHARON unterstützt den Prozess des Umgangs mit Sterben, Tod und Trauer auf persönlicher, institutioneller und gesellschaftlicher Ebene durch

  • individuelle Beratung und Begleitung für schwerkranke, angehörige und trauernde Menschen,
  • Fachberatung und Schulung für haupt- und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer in Einrichtungen des Sozial- und Gesundheitswesens,
  • Öffentlichkeitsarbeit zur Information der Menschen in Hamburg und zur Sensibilisierung des öffentlichen Bewusstseins.

Denn Sterben ist ein Teil des Lebens und der Umgang mit Sterbenden und Trauernden ist ein Zeichen für die Menschlichkeit in unserer Gesellschaft.

Hinter jeder Anfrage steht eine Geschichte

Immer sind die individuellen Bedürfnisse, die jeweils ganz eigenen Gefühle, Sicht- und Verhaltensweisen der anfragenden Menschen der Ausgangspunkt, um den nächsten Schritt im Gespräch gemeinsam zu entwickeln. Der kann in einer gewandelten Haltung liegen, in einer neuen Perspektive, im Zugewinn an Wissen und Handlungsmöglichkeiten oder im An- oder Hinnehmen des Unvermeidbaren in der eigenen und geteilten Wirklichkeit.

In der Beratungsstelle CHARON arbeiten Sozialpädagoginnen mit entsprechenden Zusatzqualifikationen. Dank der Förderung durch die Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz sind die Informations- und Beratungsangebote für Hilfe suchende Bürgerinnen und Bürger der Hansestadt Hamburg kostenlos. CHARON arbeitet unter der Trägerschaft der Hamburger Gesundheitshilfe als öffentliche Einrichtung unabhängig, überkonfessionell und stadtweit.


Veränderung beginnt mit Verstehen

Um zu einem besseren Verständnis der emotionalen Herausforderungen, Belastungen und Bedürfnisse im Umgang mit Sterben, Tod und Trauer beizutragen, hat CHARON eine 32seitige DIN-A4-Broschüre unter dem Titel „Leben mit Sterben, Tod und Trauer – Vom Umgang mit unzeitgemäßen Gefühlen“ zusammengestellt. Damit möchten wir

  • etwas von dem Wissen und den langjährigen Erfahrungen aus der Beratung, Begleitung und Schulung vieler Menschen, die sich privat, beruflich oder ehrenamtlich mit Endlichkeit und Verlust auseinandersetzen, für einen großen Personenkreis zugänglich machen,
  • für existenzielle Krisensituationen und Gefühlslagen im Grenzbereich menschlichen Lebens sensibilisieren,
  • Blickwinkel für eine emotionale Auseinandersetzung eröffnen und so eine Haltung fördern, die Gefühle und Handlungen im Zusammenhang mit Sterben, Tod und Trauer bei sich selbst und anderen grundlegend akzeptiert – jenseits eines bewertenden ‚richtig’ oder ‚falsch’.

Diese grundlegende Akzeptanz gegenüber individuellen Empfindungs-, Ausdrucks- und Verhaltensweisen gehört aus unserer Sicht zu einer nachhaltigen persönlichen und gesellschaftlichen Enttabuisierung von Sterben, Tod und Trauer. Daran mitzuwirken ist seit 1989 Auftrag und Ziel der Beratungsstelle CHARON.

Die Druckversion der Broschüre ist derzeit vergriffen.
Wir stellen Sie Ihnen und allen Interessierten als PDF Download zur Verfügung.


Kontakt:
Telefon 040 2263030-0

Unsere 32-seitige Broschüre "Leben mit Sterben, Tod und Trauer – Vom Umgang mit unzeitgemäßen Gefühlen" finden Sie hier als PDF zum Download.