"Wir können dem Leben nicht mehr Tage geben, aber den Tagen mehr Leben." Dieser Satz von Cicely Saunders, der englischen Pionierin der modernen Hospizbewegung, ist wie ein Leitstern für die Arbeit mit schwerkranken und sterbenden Menschen.
Auch wenn Sterben, Tod und Trauer noch immer zu den Tabuthemen in unserer Gesellschaft zählen, ist doch eine zunehmende Sensibilisierung des öffentlichen Bewusstseins für die Wünsche und Bedürfnisse von Menschen am Lebensende zu verzeichnen.
Die Gründung von zahlreichen Hospiz- und Palliativeinrichtungen in den letzten Jahren sowie die gesetzlichen Regelungen zum Anspruch aller Versicherten auf Hospiz- und Palliativversorgung und deren Finanzierung sind ein Beleg dafür.
Die Hamburger Gesundheitshilfe wurde als gemeinnütziger Verein 1988 gegründet, um vorrangig alten oder kranken Menschen mit bedarfsgerechten Pflegeleistungen ein Leben nach eigenen Vorstellungen in der vertrauten häuslichen Umgebung zu ermöglichen. Daneben war es ein bereits in der Satzung festgeschriebenes Ziel, das öffentliche Gesundheitswesen durch geeignete Projekte zu unterstützen und zu erweitern. In diesem Zusammenhang hat sich die Hamburger Gesundheitshilfe besonders für den Aufbau und die Verbesserung der ambulanten Hospizarbeit eingesetzt.
Die Hamburger Gesundheitshilfe gehört mit der Initiierung von zahlreichen Projekten und speziellen Leistungsangeboten zu den Vorreitern für eine häusliche Versorgung von schwerkranken und sterbenden Menschen in der Hansestadt.
Durch die neue gesetzliche Regelung zur spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV), ist es nun endlich möglich Leistungen der Palliativen Fachpflege angemessener mit den Kostenträgern abzurechnen. Bisher war dieser Bereich ohne Zuwendungen von dritter Seite gar nicht finanzierbar. Eine bei aller Kritik an SAPV grundsätzlich gesehen erfreuliche Entwicklung in diesem Bereich.
Insbesondere auch deshalb, weil die neue gesetzliche Regelung die Zusammenarbeit unterschiedlicher Professionen fordert, d.h. eine nachweisliche Kooperation von Ärzten, Schmerztherapeuten, Pflegekräften, Sozialarbeitern, Psychologen, Ehrenamtlichen.
Auch dieser Entwicklung war die Hamburger Gesundheitshilfe im Verbund mit Hamburg Leuchtfeuer, Hamburger Hospiz, der Palliativstation des Asklepios Klinikum Barmbek und dem Zentrum für Schmerztherapie und Palliativmedizin Hamburg voraus. Als Gründer und Kooperationspartner im Hamburger Palliativ- und Hospiznetz haben wir uns einem gemeinsamen Ziel verschrieben: Zusammen eine jeweils individuell und situativ angemessene Versorgung zeitnah zu gewährleisten und zwar kontinuierlich auch über die Sektorengrenzen von ambulant und stationär hinweg.
Der Intensivierung und Institutionalisierung der bereits langjährig bestehenden guten Zusammenarbeit der Kooperationspartner im neuen Hamburger Palliativ- und Hospiznetz ist ein Schritt in die richtige Richtung. Denn gemeinsam sind wir stärker in der Unterstützung jener, um die es wirklich geht: schwerkranke und sterbende Menschen und deren Angehörige und Freunde.
Um den begründeten Forderungen zur Verbesserung ihrer Situation auch in der Fachöffentlichkeit und Politik Gehör zu verschaffen, bringt die Hamburger Gesundheitshilfe ihr Wissen und ihre Erfahrung aus der ambulanten Hospizarbeit regelmäßig in die Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz und Palliativarbeit Hamburg e.V. ein und trägt so im Verbund mit anderen dazu bei, die Interessen der in der Hospiz- und Palliativversorgung tätigen Einrichtungen wirkungsvoll zu vertreten.