
Schon in jungen Jahren durch chronische und/oder fortschreitende Erkrankungen wie z.B. ALS, Hepatitis, MS oder HIV/Aids bzw. durch Behinderungen beeinträchtigt zu sein, so dass ein Alltag ohne Unterstützung nicht mehr lebbar ist, ist eine besondere Herausforderung zumal in unserer Gesellschaft, die jung mit fit, unabhängig und leistungsstark gleichsetzt.
Ein spezielles Pflegeteam der Hamburger Gesundheitshilfe bietet Hilfe und Pflege für junge Menschen zu Hause wenn nötig bis zu 24 Stunden täglich. Durch die Rund-um-die-Uhr-Rufbereitschaft gewährleisten wir eine umfassende ambulante Versorgung und helfen, unnötige Krankenhausaufenthalte zu vermeiden.
Im täglichen Miteinander stehen die individuellen Bedürfnisse im Vordergrund. Zugewandte Pflege bedeutet einen weitestgehend selbst bestimmten Alltag auch mit der Bedrohung durch die Krankheit sicher zu stellen, miteinander Krisensituationen zu meistern, zu unterstützen beim Umgang mit Ärzten und Behörden, einen Beitrag zur Führung des Haushalts zu leisten, wo dieser zur deutlichen Überforderung wird, und Kontakte zu anderen hilfreichen Institutionen herzustellen. Vor allem aber bedeutet es, die Lebensweise und persönliche Geschichte des jungen Menschen vorbehaltlos zu akzeptieren und ausschließlich gemeinsam Entscheidungen darüber zu treffen, was, wann und wie gemacht werden soll.
Zugewandte Pflege unterstützt immer auch emotional in der Auseinandersetzung mit der Krankheit und dem sozialen Umfeld. Dabei gilt es, Angehörige und Freunde im Blick zu haben, sie, wo gewünscht und möglich, in den Pflegeprozess mit einzubeziehen und ebenfalls begleitend an ihrer Seite zu sein.
Im Mittelpunkt steht für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Pflegeteams für junge Menschen der Kontakt und nicht der eingeengte Blick auf die Krankheit. Eine tragfähige Betreuungsbeziehung entsteht durch Akzeptanz, Empathie und Echtheit in der Begegnung und basiert wesentlich darauf, die Willensfreiheit und Selbstbestimmung junger Menschen zu achten und zu unterstützen.