Die Idee zum Aufbau von Wohngemeinschaften für demenziell erkrankte Menschen beruht auf negativen Erfahrungen mit herkömmlichen Versorgungsmöglichkeiten: Zu Hause sind es die erlebte Einsamkeit und Isolation des erkranken Menschen sowie die Überforderung seiner Angehörigen, im Heim die gefürchtete oder gefühlte Fremdbestimmung.
Wohngemeinschaften bieten eine familiäre Lebenssituation, die durch einen ambulanten Pflegedienst gestützt und ermöglicht wird. In selbst zu möblierenden Appartements mit zusätzlichen Gemeinschaftsflächen z.B. die Wohnküche als geselliger Lebensmittelpunkt werden in der Regel 7 bis 10 pflegebedürftige Menschen rund um die Uhr betreut.
Die Bewohnerinnen und Bewohner beteiligen sich so weit wie möglich an den alltäglichen Verrichtungen und werden darin angeleitet und unterstützt. Das fördert Selbstbewusstsein, Kontakt, Kommunikation und Zuwendung.
Die Angehörigen sind an der Planung und Gestaltung der Wohngemeinschaft maßgeblich beteiligt z.B. durch Anmietung entsprechender Räumlichkeiten und die Beauftragung eines geeigneten Pflegedienstes und verantworten den Wohngemeinschaftsalltag in allen wichtigen Entscheidungen.
Die Hamburger Gesundheitshilfe ist derzeit im Auftrag der Angehörigengruppen mit der Pflege der Bewohner/innen zweier Wohn- Pflegegemeinschaften betraut worden: WPG Haus am Kanal und WPG Hinschenfelde.
Insgesamt steht Hamburg bei der Gründung ambulant betreuter Wohngemeinschaften noch am Anfang. In Zukunft wird diese Versorgungsform eine zunehmend wichtige Alternative zur Betreuung in der eigenen Wohnung oder im Heim werden nicht nur für Menschen mit Demenz, sondern auch für pflegebedürftige junge Menschen, für Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie für Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen. Denn die betreute Wohngemeinschaft verbindet in ein Höchstmaß an Selbstbestimmung mit der Sicherheit kontinuierlich angemessener pflegerischer Unterstützung.